Vortrag | Massenweise Menschenopfer – oder ritueller Kannibalismus? Der rätselhafte jungsteinzeitliche Ritualort von Herxheim bei Landau (Pfalz)

Vortrag | Massenweise Menschenopfer – oder ritueller Kannibalismus? Der rätselhafte jungsteinzeitliche Ritualort von Herxheim bei Landau (Pfalz)

22. Mai. 2026
| 19:00

Massenweise Menschenopfer – oder ritueller Kannibalismus?

Der rätselhafte jungsteinzeitliche Ritualort von Herxheim bei Landau (Pfalz)

von Dr. Andrea Zeeb-Lanz, Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz

Herzogssaal des Kastenhof Landau | Eintritt frei

Die Doppelgrabenanlage von Herxheim ist in der europäischen Archäologie einer der bekanntesten Fundorte des 6. Jahrtausends v. Chr. Hier wurden wohl in kürzester Zeit über 1000 Menschen getötet, danach zerlegt und ihre Knochen teils in kleine Fragmente zerschlagen.

 

Einige der Schädel erhielten eine besondere Behandlung und wurden in eine Art „Schale“ umgearbeitet.

 

Zusammen mit den menschlichen Überresten fanden sich zahlreiche andere Artefakte; alles Material wurde in kleineren oder größeren Fundkonzentrationen in den zwei Gräben um die Siedlungsfläche deponiert. Vor allem ist hier die ganz erhebliche Menge hochqualitativer verzierter Keramik zu nennen, die ebenfalls absichtlich zerschlagen wurde.

 

Frau Zeeb-Lanz wird in ihrem Vortrag beleuchten, welche Interpretationsansätze und Theorien über die Jahre zu diesem in der europäischen Vorgeschichte unvergleichlichen Fundplatz entwickelt wurden.

 

Die Referentin Dr. Zeeb-Lanz hat 1997 promoviert und seitdem mehrere Grabungen und Forschungsprojekte geleitet - vom Neolithikum bis zu den Römern. Von 2004 bis 2012 leitete sie das von ihr angestoßene DFG-Projekt „Steinzeit – Ritualort Herxheim“. Begleitet wurde sie dabei von einem internationalen Forschungsteam, dessen Ergebnisse sie in zwei ersten Bänden herausgab.

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